Capetown Summer

Weihnachten und Silvester

6. Januar 2011

Zu aller erst natürlich ein frohes neues Jahr! Ich hoffe ihr seid alle gut in das neue Jahr gestartet und hattet eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit! Das Jahr ist schon wieder so schnell vorbei gegangen, dass man sich fragt wo die Zeit geblieben ist. Der Jahresabschluss war für mich insbesondere „anders“, weil ich erstens nicht bei der Familie sein konnte und zweitens das erste Mal diesen bei hochsommerlichen Temperaturen erleben durfte.

Aber jetzt zu meinen Erlebnissen in den Tagen des alten und den ersten des neuen Jahres. Wir, das heißt die Leute aus dem Wohnheim, hatten am Heiligabend einen Tisch im Moyos in Stellenbosch reserviert. Dabei hatten wir großes Glück. Wir verdankten unseren Tisch nur dem Umstand, dass wir am 24., nicht wie in Südafrika am 25. Weihnachten, feiern. Das Moyos ist ein sehr traditionelles südafrikanisches Restaurant und gehört zum Weingut in Spier. Uns wurde dieses Restaurant wärmstens wegen seiner stimmungsvollen Atmosphäre und dem leckeren Essen empfohlen. Gespannt machten wir uns also auf die Reise nach Stellenbosch und sollten nicht enttäuscht werden. Entsprechend der südafrikanischen Küche gab es ein riesiges Büffet mit viel Fleisch und Fisch in allen Variationen, leckere Salate und herrliche Nachspeisen. Die meisten Speisen, wie Fleisch und Fisch wurden direkt am Büffet frisch zubereitet. Unser Tisch befand sich im Freien unter einer Art Beduinenzelt. Das ganze Gelände war festlich bunt geschmückt und überall hingen Laternen, die eine geheimnisvolle Stimmung erzeugten. Abgerundet wurde die tolle Stimmung durch Einlagen einer schwarzen Gesangsgruppe, die sowohl Weihnachtslieder als auch traditionelle Lieder in unterschiedlichen Outfits aufgeführt haben.

Das Wochenende nach Heiligabend war dann eine Erkundungstour außerhalb der Tore Kapstadts angesagt. Es verschlug uns in die Gegend um Cedaberg, ca. 2,5 Autostunden nördlich von Kapstadt. Wir starteten am Sonntagnachmittag und verbrachten eine Nacht in einer kleinen Hütte ca. 1. Stunde von unserem Startpunkt entfernt. Am folgenden Morgen machten wir uns früh, nach dem wir die Wanderschuhe geschnürt und genügend Proviant in die Rucksäcke gepackt hatten, auf in die Berge. Da unser Ziel ein Nationalpark war, mussten wir uns erst in einem nahe gelegenen Weingut eine Erlaubnis einhohlen dort zu wandern.
Nachdem wir unser Auto, nach einem Ritt über eine 30 km lange Schotterpiste, endlich auf dem angestrebten Parkplatz abgestellt hatten, konnte der aktive Teil unseres Ausfluges endlich beginnen.
Die Wanderung dauert insgesamt ca. 5 Stunden und zeigte uns Einblicke in die ursprüngliche und atemberaubende Landschaft Südafrikas. Es war absolut aufregend zwischen ca. 20 m hohen Felsspalten zu wandern und zu klettern.
Der über 2 stündige Aufstieg zwischen den sogenannten Cracks (Felsspalten) auf die Spitze des Felsmassivs wurde dann auch mit einem einzigartigen Ausblick belohnt. Die Landschaft dort mutet an, als wäre man im Grand Canyon.
Ziel war es eigentlich noch weiter zu einem 12 m hohen Arch (Bogen) weiter zu wandern. Aufgrund der extremen Hitze und der unterschiedlichen Fitness der Gruppe ließen wir es dabei bewenden und genossen nach einer kurzen Rast den nicht weniger spektakulären Abstieg.

Den einige Tage später anstehenden Jahreswechsel leiteten, wir zu Hause im Wohnheim, ein. Nach langen Diskussionen hatten wir uns auf das Silvester unübliche Gericht Gulasch auf englische Art (mit Sauerkraut) geeinigt. Doch dank Kris Kochkünsten schwiegen auch die letzten Kritiker spätestens beim Essen. Danach verteilten wir die ganze Truppe auf zwei Autos, um zum Bloubergstrand zufahren (dort schaut man vom Strand über das Wasser auf Kapstadt und den Tafelberg). Programmpunkt Nummer 2 an diesem Abend war das Feuerwerk und der Tafelberg der mit großen Scheinwerfern angestrahlt wurde! Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir ein bisschen mehr erwartet hatte. Man konnte lediglich ein relativ unspektakuläres Feuerwerk an der Waterfront erkennen. Ansonsten wurde fleißig Stimmung am Strand gemacht.
Programmpunkt Nummer 3 war dann unsere vorreservierte Silvesterparty im „Tiger Tiger“. Wir hatten mal wieder einen Tipp bekommen und uns daraufhin die Tickets besorgt. Nach einer kurzen Verfahraktion trudelten wir dort gegen 1 Uhr ein und amüsierten uns bis in die frühen Morgenstunden, nachdem wir den DJ auf unsere Musik eingenordet hatten.
Um den Neujahrstag abzurunden und ja keine Katerstimmung aufkommen zulassen, kehrten wir nach einer sehr kurzen Nacht im Paulaner Hofbräuhaus an der Waterfront ein. Bei Schweinebraten, Weißwürsten, Bretzen und natürlich frisch gezapften Weißbier hießen wir das neue Jahr willkommen.

Die ersten Wochen

24. Dezember 2010

So, habe heute endlich einmal wieder Zeit gefunden um den Blog erweitern. Die Zeit scheint hier förmlich zu verfliegen und das Wetter ist einfach zu verlockend um sich drinnen aufzuhalten. Was man sich bei dem Blick aus dem Fenster noch weniger vorstellen kann, ist das wir morgen schon Weihnachten haben.

Was hat sich also getan in unseren letzten Tagen und Wochen hier in Kapstadt.
Nach einigen Tagen der Eingewöhnung und Orientierung im Krankenhaus fanden wir uns gut zurecht. Die größte Barriere war jedoch die Sprache. Der englischen Sprache mächtig sein heißt nicht immer der englischen Sprache mächtig sein, wenn der Mensch der einem gegenübersteht Afrikaans als erste Sprache spricht. Es muss teilweise sehr lustig ausgesehen haben, wie ich dem Oberarzt an den Lippen gehangen habe, um dem Akzent Herr zu werden. Des Weiteren das Afrikaans selbst. Wenn ich Glück habe und sehr konzentriert zuhöre, kann ich zumindest ein bisschen verstehen, weil Teile der Sprache holländisch beinhalten. Aufgabentechnisch werden wir im OP und in der orthopädischen Ambulanz eingesetzt. Insgesamt dürfen wir viel machen. Im OP heißt das bohren, sägen, schrauben und nähen. In der Ambulanz untersuchen wir selbstständig Patienten, gipsen, machen Injektionen (zum Beispiel in Gelenke) und besprechen bei Aufnahme das weitere vorgehen gemeinsam mit den Doktoren.
Was mich sehr erstaunt hat, ist das sich die medizinischen Probleme hier nicht groß von denen in Deutschland unterscheiden. Kapstadt befindet sich in allen Ebenen auf der Schwelle zur westlichen Welt. Viele Menschen haben deshalb, neben den auf Grund von hygienischen Umständen und Infektionen bedingten Erkrankungen, auch Erkrankungen wie Diabetes, Arthrose und Bluthochdruck.

Freizeittechnisch haben wir es in der ersten Woche eher ruhiger angehen lassen. Die Temperaturen luden auch eher zu ausgedehnten Strandbesuchen ein, als sich auf irgendwelche Ausflüge aufzumachen. Einfach zu heiß!
Zu unserem, quasi Heimatstrand, wurde der Cliffton- Beach Nummer 4. Die Strände wurden uns auch wärmstens, von allen zur Verfügung stehenden Reiseführern, empfohlen. Der Strand ist ca. 15 bis 20 Minuten mit dem Auto von unserer Unterkunft an der Waterfront entfernt. Man fährt die ganze Zeit entlang des Wassers über Sea Point und Bantrys Bay bis man schließlich Cliffton erreicht. Der Strand liegt in einer Bucht mit Blick auf den Lionshead und den sich am Hang befindlichen, luxuriösen Residenzen der Kapstädter V.I.P’s. Es gibt vier Strände in Cliffton, die durch teilweise ins Meer ragende, riesige Felsen unterteilt sind.
Von Cliffton lohnt sich ein Abstecher nach Camps Bay, der Stadtteil, der sich unmittelbar unterhalb der Bergkette der zwölf Apostel befindet. Wie in Cliffton sind die Leute hier eher schicker unterwegs. Es lohnt sich aber, nach einem schönen Strandtag an der Strandpromenade in einem der schönen Cafes oder Restaurants, den Sonnenuntergang zu bestaunen.
Zum besseren Kennenlernen der Stadt machten wir uns am Mittwoch, unserem „Beachday“, auf die Stadt etwas näher zu erkunden. Hier zu unternahmen wir eine Stadtrundfahrt. Die roten City-Tour Busse sind quasi nicht zu übersehen und prägen damit auch ein wenig das Stadtbild. Start der Tour war das Office an der Waterfront. Wir sicherten uns einen Platz auf dem offenen Dach, um uns bei strahlend blauen Himmel und grenzwertig heißen Temperaturen die Stadt aus der Vogelperspektive angucken zu können. Von der Waterfront aus führte uns der erste Teil der Tour über die Innenstadt mit den vielen Museen, den Company Gardens, dem Südafrikanischen Parlament, dem Castle of good Hope, dem Rathaus und dem District Six hinauf zum Fuße des Tafelbergs. Sehr bedrückend war die Fahrt durch den District Six. Es ist eine verwucherte Brache mitten in der Stadt und das Relikt aus den Jahrzehnten der Apartheidspolitik. Anfang der 1960er Jahre wurde dieses Gebiet zum Wohngebiet für Weiße erklärt und die schwarze, dort lebende Bevölkerung, in Townships zwangsumgesiedelt. Die Begründung war, dass man nur so Herr der Kriminalität werden könne. Alle Wohnhäuser wurden daraufhin abgerissen. Doch auch der Großteil der Weiße Bevölkerung lehnte diese Maßnahme ab und wollten hier nicht mehr bauen. Heute kehren die Vertriebenen wieder langsam zurück. Es wird aber noch lange dauern bis der Prozess der Rückbesiedlung abgeschlossen ist.
Der zweite Teil der Tour führte uns dann vom Fuße des Tafelbergs über Küstenstrassen auf die andere Seite der Stadt nach Camps Bay und über Cliffton, Bantrys Bay und Sea Point zurück an die Waterfront in Green Point.

Kapstadt ist bekannt für seine vielen Märkte. Am Samstag suchten wir aufgrund eines Tipps, den Neighbourhoods Marktet in Woodstock auf. Der Markt findet immer samstagmorgens auf einem Industriegelände statt. Es gab viel zusehen und natürlich zu essen. Viele niedliche kleine Stände, liebevoll zu Recht gemacht und mit Köstlichkeiten, dass man gar nicht wusste was man zu erst essen soll. Von Austern und Lachs über rustikales English Breakfast hin zu feinsten Kuchen und Törtchen. Es ist für Jeden etwas dabei! Mir hatte es das leckere selbstgemachte Müsli mit Joghurt und Früchten angetan. Danach gab es ein riesiges Sandwich, welches man sich selber mit frischen Zutaten belegen durfte. Draußen vor der Halle waren Heuballen aufgebaut, so dass man die Leckereien auch im Freien genießen konnte. Auf dem Gelände befindet sich auch die Old Biscuit Mill, eine alte Mühle in der mittlerweile viele kleine Boutiquen und Galerien untergebracht sind.
Am späten Nachmittag machte ich mich mit Kristina einer Freundin, die wie ich einen Teil ihres praktischen Jahres im New Somerset Hospitals ableistet, zum Bloubergstrand auf. Er ist von der Innenstadt ca. 30 km entfernt und ist ein bekannter Windsurf- und Kitesurfing Spot. Seinen Namen verdankt der Strand übrigens dem großartigen Blick auf den abends im bläulichen Dunst verschwimmenden Tafelberg, den man von dort von der Strandseite betrachten kann. Den Tag über genossen wir die Sonne und schauten uns die trickreichen Aktionen der Surfer vor der massiven Kulisse des Tafelbergs an. Überwältigend war dann aber der Abend. Laut Reiseführer wird der Strand für einen der spektakulärsten Sonnenuntergänge am Kap angepriesen. Der Reiseführer versprach nicht zu viel. Bei blauen Himmel und einer kleinen Wolkenkrone über dem Tafelberg sahen wir, wie die Sonne wie ein riesiger Feuerball im Meer versank und den Horizont wie in feuerrote Farbe tauchte!

Zu Beginn der zweiten Woche machte ich mir erstmal ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Nach dem mir einer der Studenten von einer tollen Joggingstrecke erzählt hatte und meine alten Joggingschuhe in Hamburg das zeitliche gesegnet hatten, kaufte ich mir kurzerhand Neue. Seither bin ich auch wieder sportlich unterwegs und genieße mit vielen sportbegeisterten Kapstädtern die Joggingstrecke entlang der Sea Point-Promenade.

Am Mittwoch waren wir dann mal wieder mit der ganzen Studentenmannschaft aus der Unterkunft unterwegs. Ziel unserer Reise war die Long Street, ein Straßenzug mit vielen Clubs, Restaurants und Bars, der sich abends wie eine bunte Partymeile präsentiert. Hier trifft sich Kapstadt zum feiern! Wir brachten den Abend in einem sehr netten Jazz-Club mit leckeren Cocktails und toller Lifemusik.

Am nächsten Tag stand, nach dem ausschlafen und frühstück, Kultur auf dem Programm. Anlass bot der „Tag der Versöhnung“ (16.12), der uns einen weiteren freien Tag ermöglichte. Wir machten uns also auf den Weg in die Innenstadt, um den Southafrican Museum einen Besuch abzustatten. Das Museum dokumentiert Kultur und Natur des afrikanischen Kontinents und ist das älteste Museum im südlichen Afrika. Highlight sind ein 20 m langes Blauwalskelett und eine traumhafte Fotoausstellung mit tollen Naturfotos.
Nach der Ausstellung schlenderten wir durch die angrenzenden Company Gardens, ein mitten in der Stadt gelegener wunderschöner Park, Richtung Innenstadt.
Da eine Museumstour bekanntlich sehr hungrig macht, suchten wir den Eastern Market auf. Hier zeigte sich einmal wieder, wie viele unterschiedliche Kulturen sich in Kapstadt vereinigen. Der Markt ist eine Art kulinarische Meile auf der man die verschiedensten ostasiatischen Spezialitäten bekommt und das sogar für studentische Preise. Ein Hauptmenü
kostet im Schnitt 35 Rand (ca. 4 Euro)

Am folgenden Tag stand dann schon wieder das nächste Highlight auf dem Programm. Geladen wurde zur Weihnachtsfeier der PJ-Studenten aus unserem Krankenhaus. Es war der absolute Knaller! Sie hatten für ca. dreißig Leute ein großes Speedboot gemietet mit dem wir von der Waterfront aus der Küste entlang nach Cliffton- Beach gefahren sind. Wir sind direkt in den Sonnenuntergang gefahren. Ich weiß gar nicht wie ich das, was ich da gesehen habe, in Worte fassen soll…es war der schönste Sonnenuntergang den ich in meinem Leben je gesehen habe. Dies alles wurde mit toller, stimmungsvoller Musik untermalt und dazu Häppchen und Champagner gereicht. Zum krönenden Abschluss musste ich eine Preisverleihung moderieren. Die Ehre kam mir zu Teil, da die Organisatorin mich aus der Orthopädie kennt und es keiner der hauseigenen PJ’ler, des Spaßfaktors wegen diese Aufgabe übernehmen sollte. Es wurden Preise verliehen unter anderem in den Kategorien sexiest male/ female oder most at risk to develope a psychatric disorder, super lustig! Um den Abend abzurunden und die hungrigen Mägen zu füllen ging es danach in das tolle kubanische Restaurant in der Nähe des Krankenhauses, welches wir schon von unserem ersten Wochenende kannten.
Da am nächsten Tag wieder sportliche Höchstleistungen gefragt waren, trat ich jedoch sehr zügig nach dem Essen den Rückzug an.

Am Samstag klingelte der Wecker bereits um 6 Uhr, da Kristina und ich uns zu einer geführten Mountainbike-Wein-Tour in Stellenbosch angemeldet hatten. Eine absolut traumhafte Gegend, aber mit 35 Grad war es an diesem Tag schon ziemlich heiß. Gut, das wir ein bisschen Abkühlung durch den Fahrtwind hatten. Treffpunkt war morgens um 7 Uhr in einem Cafe in der Long Street. Mit einer Gruppe bestehend aus ca. 10 Leuten, machten wir uns mit dem Zug von Kapstadt auf nach Stellenbosch. Die Tour führte von dort mit dem Mountainbike zu 4 unterschiedlichen Farmen der Region mit Wein- und Brandy-Verkostung. Es gab zwei verschieden lange Touren. Auf Grund unserer sportlichen Ambitionen entschieden wir uns jedoch für die längere, 21 km lange Tour. Auf jeder Farm wurden wir bereits erwartet und fachmännisch über die Weine des Hauses aufgeklärt. Doch auch die Guides wussten auf der Fahrt durch die Weinlandschaft einem die Einzigartigkeiten der Region näher zubringen. Zum Mittagessen kehrten wir in einem herrlich gelegenen Restaurant, in mitten der Weinlandschaft, ein. Dies war zu diesem Zeitpunkt auch bitter nötig, da nach der Brandy-Verkostung und einem ordentlichen Anstieg, der Alkohol seine Wirkung voll entfaltet hatte. Am Ende der Tour gab es dann noch eine Flasche Wein als Andenken. Ziemlich ausgepowert und angeschwipst, kamen wir am frühen Abend wieder am Bahnhof in Kapstadt an.

Den Sonntag nutzte ich dann, um mich von den vielen Eindrücken der letzten Tage zu erholen und ein bisschen Schlaf nachzuholen. Denn am Abend stand schon wieder Programm an. Diesmal ging es in die botanischen Gärten nach Kirstenbosch, die ich ja schon vom Mango Groove Konzert kannte. Diesmal waren wir anlässlich der „Kirstenbosch Carols bei Candlelight“ anwesend. Grund dafür war, dass man wegen des doch für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Klimas schwer in Weihnachtsstimmung kommen möchte. Das Konzert hatte jedoch seinen gewünschten Effekt. Obwohl wir schon sehr früh dort waren, bekamen wir wie schon beim Mango Groove Konzert nur Plätze im hinteren Bereich der Wiese. Dies sollte sich aber nach Einbruch der Dunkelheit, durch die Hanglage, als Vorteil herausstellen. Wir machten es uns also mit unseren Decken und dem leckerem Picknick gemütlich und hörten uns das Vorprogramm an. Als es langsam zu dämmern begann, ging es zum eigentlichen Weihnachtssingen über. Im Schein des Kerzenlichts von ca. 6000 Menschen sangen wir begleitet von einem Kirchenchor Weihnachtslieder. Dazu Vollmond, keine Wolken, im Hintergrund die Rückseite des Tafelbergs und ein wunderschöner Blick auf die Lichter Kapstadts. Wir hatten alle Gänsehaut! Geschlossen wurde das Konzert mit „Silent Night“, so dass auch der Letzte mit Weihnachtsgefühlen nachhause entlassen werden konnte.

Diese Woche begann am Montag mit einer Wanderung auf den Lion’s Head. Der Lion’s Head ist ein Gebirgszug rechts des Tafelbergs. Der Name rührt daher, wie die Übersetzung schon vermuten lässt, weil dieser wie ein Löwe aussieht. Dazu verabredet hatte wir uns mit den südafrikanischen Pj’lern, mit denen wir ja schon auf dem Boot-Trip waren. Wir hatten uns diesen Tag ausgesucht, weil Vollmond war und dies immer ein besonderes Erlebnis ist, dies dort oben mit der Aussicht über ganz Kapstadt zu erleben. Nach einem sehr steinigen und teilweise akrobatischen Aufstieg, erreichten wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang den Aussichtspunkt des Lion’s Head. Wenn alle anderen Sonnenuntergänge, die ich bis jetzt hier erleben durfte traumhaft waren, dann dieser in jedem Fall. Das Besondere ist aber, dass auf der einen Seite die Sonne untergeht und auf der anderen der Mond auf. Ein unvergessliches Bild bietet sich dann, nachdem die Sonne vollständig untergegangen ist. Kapstadt in seiner ganzen Schönheit mit all den Lichtern und darüber thront der Vollmond. Da wir keine Wolken hatten konnten wir bis nach Stellenbosch gucken. Einfach traumhaft!
Gestern waren wir dann noch zum zum “Braii” (Grillen, die Lieblingsbeschäftigung der Südafrikaner) bei deutschen Medizinstudenten, die wir auch aus dem Krankenhaus kennen, eingeladen. Philine und Tillin wohnen in einer Villa in Gardens mit Pool und Dachterrasse direkt unter dem Tafelberg. Die Vermieter haben keine Kinder, aber freuen sich immer, wenn sie nette junge Leute um sich haben.
Habe seit zwei Tagen jetzt auch endlich ein Auto. Einen kleinen, weißen Ford. Geht echt gut, obwohl das am Anfang echt eine Umstellung war mit dem Linksverkehr!

Als abschließende Worte möchte ich natürlich allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein tollen Rutsch ins neue Jahr wünschen!
Wir werden heute, nach dem wir unsere Wichtelgeschenke hier Studentenwohnheim ausgetauscht haben, zum Weihnachtsessen nach Stellenbosch fahren.

Merry Christmas und alles Liebe, Sebastian

Der erste Tag im Krankenhaus

8. Dezember 2010

Am Montag Morgen um acht Uhr war es nun soweit unser erster Tag auf Station. Nach einer kleinen Suchaktion fanden wir die orthopädische Visite auf Station 1. Wir wurden sofort freundlich von den Ärzten aufgenommen. Die Orthopädie hat keine eigene Station, sondern lediglich mehrer Zimmer im ersten und zweiten Stock des Krankenhauses. Hinzukommt ein Ambulanzteil mit einem großen Untersuchungsraum der in mehrere Kabinen unterteilt ist, sowie einem Gipsraum. Ich wusste ehrlich gesagt nicht worauf ich mich einstellen sollte und welche Erwartung man an die Medizin hier haben kann. Was man jedoch sehr schnell erkennen konnte war, dass trotz des sehr europäisch anmutenden Flairs und Erscheinungsbild der Stadt deutlich Unterschiede zur Medizin in Deutschland bestehen. In erster Linie hygienische, dann bezüglich der Ausstattung der Zimmer und auch im Hinblick auf die Versorgung der Krankheitsbilder. Knochenbrüche werden, da es einfach auch eine Kostenfrage ist, sehr oft konservativ, sprich mit Gipsschienen therapiert. Nach den ersten Eindrücken machten wir uns mit zwei anderen, neuen Studentinen aus Deutschland, die auch hier im Krankenhaus sind auf dem Weg zum Groote Schuur Hospital, dem Universitätskrankenhaus von Kapstadt. Grund war, dass wir uns offiziell als Studenten der Universität Kapstadt registrieren lassen mussten. Kristina hatte sich bereits ein Auto gemietet und konnte uns mitnehmen. Es begann unsere lustige Fahrt durch die Strassen Kapstadts. Die Studentenbeauftragte unseres Krankenhauses hatte uns den Weg beschrieben, glücklicherweise hatten wir aber zusätzlich eine Karte zur Hand. In Kapstadt herrscht durch den britischen Einfluß Linksverkehr aber Kristina munterte uns auf, dass es ja schon ihre insgesamt zweite Fahrt mit diesem Auto sei. Nach dem Moto gemeinsam sind wir stark, fanden wir nach nur einmaligem verfahren und leichten Orientierungsproblemen im Linksverkehr, die Uni. Nach dem wir alle Formalitäten erledigt hatten, nutzten wir die Gelegenheit uns den Uni-Campus anzuschauen. Man sieht auch hier sehr deutlich den britischen Einfluß. Der Campus könnte auch in Oxford sein. Einziger und entscheidender Unterschied ist der traumhafte Hintergrund gebildet durch den massiven Tafelberg und der wunderschöne Blick über Kapstadt, da dass Unigelände auf einer Anhöhe liegt.
Nachdem wir zurückgekehrt waren, gingen wir zurück in die Ambulanz wo wir uns von den Ärzten getrennt hatten. Uns wurde mit geteilt, dass der Wochenplan für uns folgendes vorsieht: Montag/ Dienstag: Ambulanz und OP, Mittwoch: „Beach-Day“, Donnerstag: Ambulanz, Freitag: OP und am Wochenende selbstverständlich „Beach-Day“. Des Weiteren scheint es auch insgesamt sehr locker zuzugehen, weil der zuständige Doktor um 13 Uhr zu uns meinte, ob wir bei dem schönen Wetter nicht lieber an den Strand wollen. Dies Aufforderung nahmen wir natürlich dankend an und fuhren zusammen mit ein paar anderen Studenten an den Strand nach Clifton Beach.

Ankunft in Kapstadt und die ersten Tage

8. Dezember 2010

Nach weiteren 9 Stunden Flug, in dem sich Emirates weiter gute Chance auf den „best airline award“ erarbeitete, landeten wir bei strahlend blauen Himmel und 22 Grad in Kapstadt. Der Flughafen war zu unserem erstaunen sehr klein. Von der Größe her reiht er sich am ehesten in die Kategorie Provinzflughafen ein. Nachdem Einreiseformalitäten zügig erledigt hatten, gingen wir auf die Suche nach einem Taxi welches uns zu unserer Unterkunft der „Helen Bowden Residence“ bringen sollte. Schnell fanden wir einen sehr netten Taxifahrer, der bereit war uns für einen Festpreis zu fahren. Das wichtigste ist, dass man handelt. Unserer Fahrt zur Unterkunft wurde zu einer kleinen Geschichte durch die Geschichte Kapstadts. Keine Sehenswürdigkeit am Rande unserer Fahrt blieb unkommentiert und natürlich gab es wichtige Tipps für Ausflüge. In unserer Unterkunft angekommen wurden wir sofort, nachdem wir ca. 1,5 Stunden auf unsere Schlüssel warten mussten, sehr nett von drei britischen Medizinstudenten aufgenommen. Die Zimmer sind frisch renoviert, das heißt jedoch nicht, das wir uns darunter vorstellen, aber es ist in Ordnung. Ein vernünftiges Bett, ein geräumiger Schrank und ein Schreibtisch mit Stuhl. Werden uns, so wie es aussieht höchstwahrscheinlich sowieso nicht sehr häufig dort aufhalten. Nach einem kleinen Ausflug an die wunderschöne Waterfront, dem Hafen von Kapstadt und ein paar Einkäufen in der angrenzenden Mall lernten wir dann auch einen „Kollegen aus Deutschland“ kennen.
Seit 2 Tagen sind wir nun in Kapstadt und sind schon jetzt hellauf begeistert von Land und Menschen. Der Samstag begann dann auch gleich mit leichten Kopfschmerzen nach unserer ersten Partynacht. Nach dem wir mit zwei anderen Medizinstudenten ein kubanisches Restaurant aufgesucht hatten und „exzellent“ bewirtet wurden, testeten wir das Nachtleben von Kapstadt. Unser Fazit wieder einmal sehr nette und zuvorkommende Leute und groovy Musik!
Gestern ging es dann zu einem Konzert in die Botanischen Gärten von Kirstenbosch. Es war wie ein großes Happening. Auf einer Wiese vor der Bühne mit dem malerischen Hintergrund des Tafelbergs und Blick auf Kapstadt gab es ein riesiges Picknick und dazu tolle musikalische Unterhaltung. Eine lokal bekannte Gruppe mit dem Namen “Mango Groove” war der Grund. Die Musik war eine Mischung aus Pop und Jazz. Eine Sängerin mit drei Backgroundsängerin und einer Band bestehend aus drei Bläsern, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Wie der Name schon sagt groovy! Am Ende war es wie eine große Party alle Leute entlang des gesamten Hanges standen auf, tanzten und feierten miteinander.

Ab in den Sommer

8. Dezember 2010

Unsere Reise begann am 02.12.2010. Nach dem wir uns und unserer Koffer mit dem Taxi zum Flughafen haben fahren lassen, mussten wir uns leider von dem netten Emirates-Mitarbeiter belehren lassen, dass die Koffer jeweils um 1 kg zu schwer sind. Bei der Option umpacken oder jeweils 50 Euro bezahlen, standen wir relativ schnell wieder neben der Schlange und sortierten unsere Sachen. Der zweite Versuch war dann von Erfolg gekrönt. Etwas komplizierter war das bei einer Kommilitonin, die mit uns über Dubai nach Durban geflogen ist. Bei 15 kg Übergepäck war da schon etwas mehr Schwitzen und Umpackaktion angesagt.

Um 14:45 Uhr hob unser Flug EK 059 rechtzeitig in Richtung Dubai ab. Wir hatten schon viel Gutes über Emirates gehört, waren dann aber trotzdem überrascht wie angenehm fliegen sein kann. Es war für alles gesorgt. Vor allen Dingen leckeres Essen. Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise. Und dazu einen schönen Penfolds Koonunga Hill. Wer Rotwein mag weiß wo von ich spreche. Zwei Kinofilme und ein bisschen Musik später kamen wir in Dubai an.
In Hamburg hatte uns eine nette Dame von Emirates gesagt das es eine Art Lounge gibt in der man umsonst etwas zu essen bekommt und sich ausruhen kann. Da wir acht Stunden Aufenthalt bis zu unserem Anschlussflug nach Kapstadt zu überbrücken hatten, nahmen wir das Angebot natürlich dankend an.
Nach dem Essen folgte dann die ausgiebige Erkundung des Flughafens, der eher einem riesigen Luxuskaufhaus zu gleichen schien. Absolutes Highlight waren die Weihnachts-Reentiere von Lindt. Insgesamt fanden wir den Flughafen aber eher befremdlich, weil alles sehr auf Prunk und Luxus ausgelegt war. Als uns dann die Müdigkeit überkam, suchten wir uns ein Schlafplätzchen. Unsere Wahl viel auf zwei Sessel des Starbucks- Cafes. Nach mehr oder minder gemütlichem Schlummern ließ uns der Weckruf des Muezzin aufschrecken. Danach war an Entspannung nicht mehr zu denken. So machten wir uns auf dem Weg zu unserem Gate. Um 8:45 Uhr Ortszeit startete dann endlich unserer finale Reise an den gewünschten Zielort.

Auf geht die Reise!

8. August 2006

So, heute ist also der Tag gekommen! Sitze auf meinen gepackten Koffern und um 12:30 Uhr kommt das Taxi zum Flughafen. Weiß irgendwie noch gar nicht was mich erwartet obwohl ich schon viele Bilder und auch Filme über Kapstadt gesehen habe. Erstmal hoffe ich natürlich, dass bei dem Schneechaos das Deutschland in seinen Bann genommen hat, das Flugzeug überhaupt starten wird! Wenn alles planmässig verläuft steigen wir um 14:45 Uhr in Richtung Dubai in die Lüfte und kommen dort kurz vor Null Uhr an. Nach 8 Stunden Aufenthalt geht dann morgen in der Früh unser Flieger der uns ans gewünschte Ziel in Kapstadt bringen wird. Werden gegen halb fünf landen und dann erstmal unsere Unterkunft aufsuchen. Am Montag beginnt dann pünktlich um 8 Uhr der zweite Teil des PJ in der Orthopädie. Bin gespannt was wir so alles erleben werden!

Bis dahin, alles Gute und liebe Grüße, Sebastian



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